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25. Juni 2021

Geschlechterverhältnisse im Schweizer Kulturbetrieb

Eine Studie des Zentrum Gender Studies der Universität Basel im Auftrag von Pro Helvetia und dem Swiss Center for Social Research liefert erstmals aktuelle Zahlen und Hintergründe zu den Geschlechterverhältnissen in den Sparten Darstellende Künste, Musik, Literatur und Visuelle Kunst. Die Studie hat einerseits quantitative Daten erhoben (u.a. durch die Befragung von Kulturbetrieben und Verbänden). Andererseits wurden qualitative Interviews und Fachgespräche geführt. An beiden Erhebungen hat sich t. Theaterschaffende Schweiz beteiligt.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass im Schweizer Kulturbetrieb einerseits zwar transformatorische Prozesse stattfinden, andererseits aber auch traditionelle Vorstellungen von Geschlecht weiterhin wirkmächtig sind. Frauen sind in vielen Bereichen markant untervertreten. Die Unterschiede zwischen den Sparten sind ausgeprägt, am grössten ist der Handlungsbedarf in den Bereichen Musik und Visuelle Kunst.

In Führungsfunktionen ist der Frauenanteil nach wie vor tief. Dies gilt für strategische und operative Leitungsgremien sowohl in Kulturhäusern und -betrieben wie auch in Berufs-, Betriebs- und Produktionsverbänden. So liegt zum Beispiel der Frauenanteil in den Geschäftsleitungen der untersuchten Kulturhäuser und -betriebe bei 42 Prozent. Direktionen, Vizedirektionen und Intendanzen sind hingegen nur zu 34,5 Prozent mit Frauen besetzt.

Auch in künstlerischen Leitungsfunktionen sowie als Urheberinnen von künstlerischen Werken sind Frauen in der Unterzahl. So lag der Frauenanteil in der Spielzeit 2018/19 in der Regie bzw. Choreographie in der Sparte Theater/Tanz bei 31,2 Prozent respektive 38,5 Prozent. 15 Prozent der aufgeführten Theaterstücke sind von Autorinnen verfasst. Demgegenüber zeigt sich eine grössere Ausgeglichenheit von Performer*innen auf Bühnen und bei Lesungen: In Theater/Tanz sowie der Literatur sind die Geschlechterverhältnisse bei den Auftritten eher ausgeglichen. In ca. 40–50 Prozent sind hier Frauen in künstlerischen Rollen wahrzunehmen. Der Frauenanteil auf den Bühnen hängt jedoch von der Sparte ab: Bei Live-Performances im Rock/Pop und im liegt er nur noch 9 bis 12 Prozent.

Forschungsbericht

Zusammenfassung der Studie bei Pro Helvetia

Webseite der Universität Basel

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