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News

29. Oktober 2020

Medienmitteilung vom 29. Oktober 2020 zu den Beschlüssen des Bundesrats

Die Kultur ist stehend k.o.: t. Theaterschaffende Schweiz fordert zusammen mit Assitej, Danse Suisse, Reso und SSRS die sofortige Umsetzung der versprochenen Kulturhilfen

Obwohl der Entscheid, Vorstellungen nicht zu verbieten, die Bedeutung unterstreicht, die der Kultur in diesen Coronazeiten beigemessen wird, ist die Begrenzung der Zuschauerzahl auf maximal 50 Personen ein besonders harter Schlag für eine Branche, die derzeit sowieso bereits ums Überleben kämpft.

Die Verbreitung des Virus einzudämmen erfordert drastische Massnahmen, dessen sind wir uns bewusst. Als Kulturschaffende sind wir bereit, uns zu engagieren und kollektive Verantwortung mit zu übernehmen. Dies haben wir in den vergangenen Monaten gemacht und extrem strenge Schutzkonzepte erstellt, um unsere Arbeitsbedingungen an die verschiedenen, von den bundesstaatlichen und kantonalen Behörden erlassenen Massnahmen anzupassen.

Der Bundesrat hat deutlich gemacht, dass er die Bedeutung der Kultur anerkennt und um die Notwendigkeit weiss, gerade auch in schwierigen Zeiten weiterhin gemeinsame Augenblicke zu teilen. Wir begrüssen dies und die Möglichkeit, Kulturstätten nicht vollständig schliessen zu müssen. Kunst ist ein gemeinsames Gut und wichtig für unser Leben und Überleben – auch und besonders in Zeiten der Pandemie.

Allerdings werfen die gestern vom Bundesrat verabschiedeten Massnahmen existentielle Fragen für unser Metier auf. Darauf braucht es nun präzise, schnelle und detaillierte Antworten.

  • Die drastische Reduzierung der Anzahl an Teilnehmern von Kulturveranstaltungen führt unweigerlich zu ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten für das gesamte Ökosystem der Kulturstätten. Von diesen Schwierigkeiten sind die kleinen und mittleren Strukturen, die keine grossen öffentlichen Gelder erhalten, ebenso betroffen, wie grosse Veranstaltungsorte, die ihre Programme auf ein grosses Publikum ausrichten. Dies hat zur Folge, dass die Konsequenzen alle Bereiche beeinträchtigen.
  • Ausserdem sind wir sehr besorgt über den Ermessensspielraum, der den Kantonen überlassen wird, denn die Möglichkeit von noch härteren Massnahmen, als die vom Bundesrat beschlossenen – wie wir es in der vergangenen Woche bereits in den Kantonen Bern und Wallis gesehen haben, wo alle Kulturstätten geschlossen wurden – scheint uns sehr gefährlich, sofern solche Massnahmen nicht von entsprechender Unterstützung begleitet werden.
  • Die Tatsache, dass die neuen Massnahmen zeitlich nicht begrenzt sind, versetzt uns alle in eine sehr ungewisse, krisenbehaftete Lage, in der nur kurz- oder mittelfristiges Planen möglich ist. Dass kann für die gesamte Branche schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

Wir halten es für besonders wichtig, dass kurzfristig auch die Kulturverbände zu einem gemeinsamen Brainstorming zur aktuellen Lage zugezogen werden und wir alle an künftigen Entscheiden teilhaben.

t. Theaterschaffende Schweiz fordert zusammen mit Assitej, Danse Suisse, Reso und SSRS eine schnelle und unbürokratische Realisierung der zugesagten Hilfen für die betroffenen Organisatoren und Kulturschaffenden. Viele haben noch keine Entschädigung für die in den vergangenen sechs Monaten erlittenen Verluste erhalten. Dies ist äusserst besorgniserregend. Die besonderen Umstände und die Besonderheit und Vielfalt unserer Branche verlangen nach ebensolchen besonderen aber auch sofortigen Antworten! Dies gilt vor allem auch für die entsprechenden verwaltungsspezifischen Verfügungen, die solche Massnahmen begleiten.

Wir möchten an dieser Stelle erneut betonen, wie wichtig die Findung von Lösungen auch für alle befristeten Verträge ist. Sie betreffen die Mehrheit aller «kleinen» Kulturschaffenden.

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