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Jahresbericht 2025
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Kulturpolitik, Soziale Sicherheit und weiters Engagement

Kulturpolitik

t. ist im Vorstand des Dachverbandes Suisseculture vertreten. Dies durch Chantal Hirschi, die im November 2025 wiedergewählt wurde. Per 1. Oktober 2025 übernahm Estelle Revaz, Nationalrätin und Musikerin, das Präsidium von Suisseculture. Sie folgte auf Omri Ziegele. t. ist zudem Teil der Kerngruppe der Taskforce Culture. Diese Vertretung übernahm Sibylle Heiniger von Sandra Künzi.

Mitte Februar 2025 entschied der Bundesrat, die Konvention des Europarats zu künstlicher Intelligenz zu ratifizieren. Suisseculture stellte fest, dass die Kulturschaffenden aufgrund des Beschlusses keine adäquate Antwort zum Umgang mit ihren Werken und zum Schutz derselben erhalten. Im digitalen Bereich sind künstlerische Werke auch weiterhin den Techunternehmen ausgeliefert. t. unterzeichnete die Stellungnahme dazu. Vor der Herbstsession verfasste Suisseculture zudem einen Brief an die WBK-N hinsichtlich der Motion Gössi, die einen besseren Schutz des geistigen Eigentums vor KI-Missbrauch fordert. Die Motion wurde in abgeschwächter Form vom Nationalrat angenommen.

t. reichte weitere Stellungnahmen ein, welche ursprünglich von Suisseculture und Taskforce Culture aufbereitet und eingereicht wurden:

  • im April zum Entlastungspaket 27: «Kultur ist systemrelevant»
  • im Juni zur Schweizer Teilnahme am Arbeitsbereich «KULTUR» von Creative Europe
  • im Oktober zwei Stellungnahmen zum Paket «Stabilisierung und Weiterentwicklung der Beziehungen Schweiz-EU» und zu einem Ja zum Gesetz über die Förderung von Landesausstellungen

Im Februar versendete t. eine dreisprachige Medienmitteilung zur Halbierungsinitiative: «Service public statt service panique – Das Schweizer Theater braucht eine starke, unabhängige SRG SSR mit fundierter Kulturberichterstattung!» Im Mai wurde ein Appell der Mediengewerkschaft SSM zuhanden des Nationalrates mitunterzeichnet. Betroffen wären bei einer Annahme der Initiative nicht nur Informations-, Meinungs- und Medienvielfalt, sondern auch die Kulturproduktion: Weniger Schweizer Filme und Serien würden produziert werden, und die Schweizer Kulturszene hätte weniger Präsenz. Die Initiative wird von den beiden Kammern klar abgelehnt und kommt am 8. März 2026 an die Urne. t. wird im Januar 2026 die Nein-Kampagnen von Suisseculture sowie weiterer Organisationen unterstützen. In der italienischsprachigen Schweiz startete die Kampagnenarbeit unter der Mithilfe des Büros bereits im Dezember.

Soziale Sicherheit

Die soziale Sicherheit stellt in der Kulturbotschaft 2025–2028 ein wichtiges Thema dar. Hierbei liegt der Fokus auf der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, auf fairer Entschädigung und auf sozialer Absicherung von Kulturschaffenden. Um diese Massnahmen umzusetzen, beauftragte das BAK Suisseculture Sociale mit dem Aufbau des nationalen Kompetenzzentrums «Arbeiten in der Kultur». Durch den Einsitz als Vorstandsmitglied ist unser Verband strategisch in diesen Aufbauprozess involviert. Von 2025 bis 2028 stehen Suisseculture Sociale jährlich 300’000 Franken zur Verfügung, um die in der Ausschreibung definierten Leistungen zu erbringen. 

In der Kulturbranche sind atypische Arbeitsverhältnisse weit verbreitet. Dazu zählen Mehrfachbeschäftigungen, befristete Anstellungen, selbstständige Erwerbstätigkeit oder hybride Anstellungsformen. Solche Beschäftigungsarten sind oft mit niedrigen Löhnen und unzureichender sozialer Absicherung verbunden. Das neue nationale Kompetenzzentrum soll Kulturschaffende, Kulturveranstaltende und kulturelle Organisationen in Fragen der sozialen Sicherheit und der Arbeitsbedingungen in ihrem Sektor informieren und sensibilisieren. Zudem soll es auf bereits bestehende Angebote in den Regionen hinweisen und diese sinnvoll ergänzen. 

Manuel Kühne von t. leitete im Berichtsjahr zwei Kurse zum Thema «Soziale Sicherheit für Kulturschaffende», organisiert vom Kulturmarkt Zürich. Zudem führte er im Herbst zwei Online-Webinare zu den Themen «Das 3-Säulen-Prinzip der Schweiz» und «Wie optimiere ich meine Krankenversicherung?» durch.

t. hatte im Berichtsjahr Einsitz im Stiftungsrat der CAST, der beruflichen Vorsorgestiftung für Kulturschaffende.

Arbeitsgruppe Machtmissbrauch

Die AG Machtmissbrauch hat 2025 zentrale Grundlagen für die Präventionsarbeit von t. erarbeitet und ihre strategische Ausrichtung geschärft. Im Fokus stand die Weiterentwicklung eines umfassenden Strategie- und Definitionspapiers sowie erste Diskussionen über die Ausgestaltung verschiedener möglicher Instrumente.

Zudem begleitete die AG die Konzeption der neuen externen Vertrauensstelle und bereitete Informationsmaterial für Mitglieder und Vorstand vor. Parallel dazu evaluierte die Gruppe bestehende Präventions- und Lernangebote, darunter das Genfer E-Learning-Tool zum Schutz vor sexueller Belästigung, das neu den Mitgliedern von t. zur Verfügung steht. Auch das von m2act und Helvetiarockt organisierte Netzwerktreffen Mitte Oktober in Basel wurde genutzt, um Rückmeldungen aus der Branche einzuholen und erste Bedarfsfelder zu identifizieren. Damit legte die AG 2025 wichtige Arbeitsgrundlagen für die weitere Sensibilisierung und Professionalisierung im Umgang mit Machtmissbrauch im Kulturbereich.

Mit der neuenDienstleistung «Externe Vertrauensstelle», die t. gemeinsam mit der Fachstelle frac per 1. Januar 2026 lanciert hat, stärkt der Verband seine Mitglieder gezielt in ihrer Arbeitgebendenrolle. Das Angebot reagiert auf die besonderen Arbeitsrealitäten im freien Theater- und Kulturbereich, in denen projektbasierte Strukturen, fehlende HR-Ressourcen und informelle Hierarchien ein professionelles Konflikt- und Präventionsmanagement häufig erschweren. 

Arbeitgebende können mit der Dienstleistung ihren Mitarbeitenden künftig eine kostenlose, vertrauliche Anlaufstelle bieten, die bei Konflikten, Belastungssituationen, Mobbing oder sexueller Belästigung unterstützt und innert 24 Stunden reagiert. Ergänzend werden Sensibilisierungsworkshops angeboten, um ein gesundes und respektvolles Arbeitsumfeld zu fördern. 

In der Pilotphase 2026 übernimmt t. die Grundkosten der Vertrauensstelle, bevor ab 2027 eine kollektive Finanzierungslösung geprüft wird. Ziel ist es, Erfahrungen zu sammeln, den tatsächlichen Bedarf sichtbar zu machen und anonymisierte Themenschwerpunkte für die kulturpolitische Arbeit unseres Verbandes aufzubereiten.