Kurz-Jahresbericht 2023
Facts & Figures

Dienstleistungen
Schweizer Künstlerbörse: Vom 19. – 22. April 2023 fand in Thun die Schweizer Künstlerbörse statt. Zu sehen waren 50 Kurzauftritte sowie 6 Projekte im Rahmen des Formates SPOt. Am Eröffnungsabend präsentierte Mike Müller sein Solostück «Erbsache – Heinzer gegen Heinzer und Heinzer».
Beratung: t. führte im Berichtsjahr 244 Beratungen für Theaterschaffende, Theatergruppen, Veranstalter*innen und Agenturen in drei Landessprachen durch.
Weitere Dienstleistungen: t. führte Buchhaltungen für Mitglieder, beteiligte sich an Videoaufzeichnungen von Theaterproduktionen und schrieb mit der SSA vier Stipendien aus. Zudem führte unser Verband eine Kursreihe zum Thema Mental Health durch und bot Vergünstigungen an.
t. Richtlöhne und Richthonorare
Im Oktober 2023 veröffentlichte t. die neuen Richtlöhne und Richthonorare für die Freien Darstellenden Künste. Sie umfassen zwei innovative Werkzeuge: Den t. Rechner, ein Onlinetool, mit dem der Lohn oder das Honorar für die Entwicklungs- und Probenphase berechnet werden können, sowie das t. Budget, mit dem eine Kalkulation des Richtpreises einer Aufführung möglich ist. Die national ausgerichteten Werkzeuge dienen sowohl Einzelkünstler*innen, Theatergruppen, Agenturen, Veranstaltenden, Theaterhäusern sowie privaten und öffentlichen Förderstellen als Orientierungshilfe. Faire Löhne für freie Theaterschaffende bleiben auch 2024 eine Priorität in unserer Verbandsarbeit.
Kulturpolitik und regionales Engagement
National: Im Betriebsjahr lag der Fokus unter anderem auf der schweizerischen Kulturbotschaft 2025-2028, die sechs Handlungsfelder umfasst. t. verfolgte die Ausarbeitung aufmerksam und verfasste anhand der Budgetkürzung durch den Bundesrat eine Stellungnahme. Ein anderes wichtiges kulturpolitisches Thema 2023 war die sogenannte Halbierungsinitiative. Unser Verband sprach sich klar gegen eine Kürzung der Serafe-Gebühren aus. Ende Jahr nahm t. am Vernehmlassungsverfahren zur Revision des Arbeitslosengesetzes teil. Über das Berichtsjahr hinweg arbeitete wir zudem aktiv in der Kerngruppe der Taskforce Culture mit.
Romandie: 2023 wurden die Verbindungen zur CRAS (Coordination romande des arts de la scène) gefestigt. Die CRAS vereint sämtliche Verbände der unabhängigen Theatergruppen in den Westschweizer Kantonen. Im Berichtsjahr beobachte t. zudem aufmerksam die Weiterentwicklung des ORC (Observatoire romand de la culture), das quantitative und qualitative Daten, welche die Kulturpolitik tangieren, erhebt und auswertet. Im Januar 2023 führte die Corodis die Salons d’artistes in Bern durch. t. richtete am ersten Abend einen Netzwerkapéro im PROGR aus. Der Anlass bot unserem Verband wie auch anderen Deutschschweizer Vertreter*innen aus Kultur und Politik die Gelegenheit, wichtige Akteur*innen aus der Romandie kennenzulernen.
Tessin: 2023 führte der italienischsprachige Beratungsdienst mehr als 40 Beratungen durch. Das Tessiner Sekretariat stand in regelmässigem Kontakt mit den für die Kulturförderung zuständigen kantonalen und städtischen Behörden. Grosse Aufmerksamkeit galt zudem der Zusammenarbeit in der Region, insbesondere mit anderen Berufsverbänden (Sonart, ARF/FDS, AFAT), die in einer informellen, von t. koordinierten Arbeitsgruppe zusammengeschlossen sind.
Im August 2023 fand im Spazio Elle in Locarno eine breite Diskussion zur Ausarbeitung eines Positionspapiers betreffend die kantonale Förderung der Darstellenden Künste der Freien Szene statt. t. hatte das Papier zuhanden der neu ernannten Regierungsrätin Marina Carobbio Guscetti ausgearbeitet. Im September 2023 war die Anwesenheit des t. Vorstandes in Bellinzona Anlass für ein Branchentreffen, bei dem die weiterentwickelten t. Richtlöhne und Richthonorare vorgestellt wurden.
Soziale Sicherheit
t. ist Vorstandsmitglied von Suisseculture Sociale. Gemeinsam mit anderen Partner- und Berufsverbänden entwickelt t. unter der Federführung von Suisseculture Sociale seit 2023 einen umfassenden Onlineratgeber, der im Herbst 2024 veröffentlicht wird.
t. hatte im Berichtsjahr Einsitz im Stiftungsrat der CAST, der beruflichen Vorsorgestiftung für Kulturschaffende.
Regionalgruppen
Zehn Regionalgruppen engagierten sich schweizweit: t. Aargau, t. Arc jurassien, t. Basel, t. Bern, t. Graubünden, t. Ostschweiz, t. Svizzera italiana, t. ValaisWallis, t. Zentralschweiz und t. Zürich.
Mitglieder und Finanzen
Mitglieder: t. zählte am 31. Dezember 2023 1703 Mitgliedschaften (1139 Einzelmitglieder, 76 Theatergruppen und 67 Duos, 290 Veranstalter*innen-Mitglieder, 24 Agenturen, 85 Passivmitglieder, 22 Ehrenmitglieder). 133 Mitglieder traten im Berichtsjahr neu in den Berufsverband ein. 1508 stammen aus dem deutschen Sprachgebiet, 125 aus dem französischen und 70 Mitglieder aus dem italienischen.
Finanzen: Die Erfolgsrechnung des Verbandes schloss bei einem Umsatz von 772’919.71 Franken mit einem Minus von 9.37 Franken ab. Die Erfolgsrechnung des Fonds Schweizer Künstlerbörse wies bei einem Aufwand von 983’511.23 Franken ein Minus von 7’986.45 Franken aus.
t. wurde 2023 vom BAK, der Schweizerischen Interpretenstiftung (SIS) und vom Kanton Tessin finanziell unterstützt. Das Richtlöhne- und Richthonorare-Projekt wurde zudem durch Migros-Kulturprozent m2act sowie durch ein Transformationsprojekt vom Bund und vom Kanton Bern gefördert.
Die Schweizer Künstlerbörse erhielt finanzielle Unterstützung von der Stadt Thun, dem Kanton Bern, der KBK, dem BAK, Pro Helvetia, der Loterie Romande sowie weiteren Stiftungen, Sponsoren, Partner*innen und vom Gönnerverein LeClub.
t. bedankt sich bei seinen Mitgliedern und bei allen Geldgeber*innen und Partner*innen herzlich für die Unterstützung und das Vertrauen.
Über t.
t. Theaterschaffen Schweiz ist der Berufs- und Branchenverband aller Akteur*innen des professionellen freien Theaters. Wir sind national tätig, international vernetzt und über die zehn Regionalgruppen vor Ort verankert. t. unterstützt ein vielfältiges künstlerisches Schaffen und fördert dessen Unabhängigkeit.