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News

24. September 2026

Diskussion um die Kopiervergütung

Philip Kübler, Direktor der ProLitteris fasst die aktuelle Diskussion und häufige Fragen rund um die Kopiervergütung so zusammen: 


⏰ Sind Kopiervergütung zeitgemäss?

Viele meinen, es gehe um Fotokopierer. Die italienische Übersetzung des Postulats enthält diesen Fehler sogar im Titel. Dabei geht es schon lange um digitales Speichern und Verbreiten. Unternehmen dürfen geschützte Inhalte analog und digital nutzen. Dieses Wissensmanagement ohne Einzellizenzen gehört zum Berufsalltag.

⚠️ Warum schon wieder reformieren?

Der Tarif und seine Erneuerung vor wenigen Jahren scheinen nicht berücksichtigt worden zu sein, und der Auftakt lautete kategorisch «abschaffen». Nun ist von Modernisierung, Digitalisierung, Tätigkeitsprofilen und Nutzungsdaten die Rede. Im KI-Zeitalter kann man sich eine Reform schon vorstellen, aber diese kommt ja in einem anderen politischen Prozess.

📁 Fehlen Nutzungsdaten?

Nein – welches Unternehmen möchte schon deklarieren, was es kopiert? Die Tarife beruhen seit Jahren auf statistischen Erhebungen. Auch 2026 haben die Verwertungsgesellschaften eine Studie in der bewährten Logik durchführen lassen. Daten, Hochrechnungen und Berechnungsmodelle gehören zum Pflichtstoff jedes Tarifverfahrens.

🚪 Sollten Unternehmen sagen können, dass sie nicht zahlen wollen?

Das riecht nach einem bürokratischen und ungerechten Deklarations- und Kontrollsystem. Wer darf aussteigen? Mit welcher Erklärung? Wer macht (und wer zahlt) Stichproben, Verdachtsprüfungen und Audits? Wer trägt die Beweislast? Die Pauschale löst genau dieses Transaktionskostenproblem.

💰 Sind die Vergütungen nicht eher zu niedrig?

Das könnte sein, wenn man sie mit dem Wert der gesetzlichen Nutzungsfreiheit vergleicht. Der gesamte Tarif bringt rund CHF 12 Mio. pro Jahr. Unternehmen bezahlen je nach Branche CHF 3.20, 5.20 oder 8.20 pro Stelle, beginnend ab CHF 32 pro Organisation. Die letzte empirische Berechnung ergab rund CHF 66 pro Vollzeitstelle und Jahr. Die vereinbarten Tarife wurden gegenüber diesem Wert massiv reduziert, weil die Verwertungsgesellschaften auch die Vergangenheit und die Argumente der Nutzerverbände berücksichtigen mussten.

🌘 Ist das Inkasso vollständig, zahlen alle?

Ein Massengeschäft mit hunderttausenden Organisationen hat Erfassungslücken, denn ProLitteris muss alle Unternehmen finden. Neu hat ProLitteris eine UID-Schnittstelle. Aber es gibt tarifliche Freigrenzen: In ganzen Wirtschaftszweigen bezahlen Unternehmen mit bis zu 14 Stellen keine Grundvergütung. Verlässliche Unternehmensdaten, etwa aus dem AHV-System, könnten das Inkasso vereinfachen und vervollständigen und die Unternehmen von der jährlichen Deklaration entlasten.

--> zum ganzen Artikel von ProLitteris
 

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